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Wie deine Gedanken zu deinem Schicksal werden

von Apr 1, 2022Mindset

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden – über einige Stufen hinweg – dein Schicksal.
Was das für deine Examensvorbereitung bedeutet und was du tun kannst, um dein Schicksal in die Richtung anzuschubsen, die du willst, erfährst du in dieser Folge.

Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

Transkript

Bitte beachte, dass dieses Transkript maschinell erstellt wurde.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Taten Achte auf deine Taten, denn sie werden deine Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

Ich bin Panajota Lakkis, ehemalige Universitätsprofessorin und passionierte Juristin.

Diesen Spruch bzw. diese Reihenfolge von Feststellungen und Empfehlungen habe ich zum ersten Mal gehört in dem Film über das Leben von Margaret Thatcher. Sie sitzt irgendwann bei ihrem Arzt und sagt das.

Und da war mir schon das Haar zu Berge gestanden. Und ich hatte das aber noch nicht so voll erfasst, diese Tragweite. In den letzten Jahren ist es mir aber bewusst geworden, es beginnt alles bei den Gedanken.

Alles. Und es endet wirklich bei unserem Schicksal im Sinne von den Erlebnissen, die wir produzieren. Ich gebe dir mal ein einfaches Beispiel.

Hast du als Gedanke, dass du dir sagst, ich kann nicht eine gute zivilrechtliche Klausur schreiben. Oder ich bin faul. Oder was auch immer.

Das ist alles ein Gedanke, den du dann verbalisierst. Und er ist aber nicht mit Fakten zu verwechseln. Denn der gilt auch dann, wenn du die Sachlage völlig falsch eingeschätzt hast.

Es ist ein Gedanke von dir über die Sachlage. Ich habe schon mal erzählt von der Studentin, die zu mir kam und die der Ansicht war, sie sei nicht in der Lage, eine gute zivilrechtliche Klausur zu schreiben. Und die das schon einmal tatsächlich im Freischuss getan hatte und sich darin dann bestätigt sah.

Und ich habe sie ein einziges Mal gecoacht. Und ich habe sie vor allen Dingen weggenommen von diesem Gedanken, dass es halt so ist. Und sie hat sich um einen ganzen Notenpunkt verbessert im Examen und hat wirklich gute zivilrechtliche Klausuren geschrieben.

Das heißt, das, was sie davor gesagt hat und gedacht hatte und verbalisiert hat, das war ein Irrtum. Es war maximal eine Momentaufnahme des Typs, bisher habe ich noch nicht viele vernünftige Klausuren geschrieben. Das ist eine Feststellung, ja.

Ich bin nicht dafür, dass man die Augen zumachte und Kopf in den Sand und Popo in die Höhe. Nein. Aber merkst du, was es für einen riesigen Unterschied macht, ob du sagst, ich kann keine gute Klausur schreiben oder ob du sagst, bisher habe ich keine guten Klausuren geschrieben.

Es ist ein Riesenunterschied und es lohnt sich, darauf zu achten. Und ja, Sprache ist wichtig. Das gilt auch für das Gendern übrigens, auch wenn ich hier gerade vielleicht ein Fass aufmache.

Aber WissenschaftlerInnen sind sich einig, dass die Sprache natürlich nicht unmittelbar etwas beeinflusst, aber sie nagt unten und unterhöhlt die Dinge und sie bringt Grundannahmen, die als solche sich dann verfestigen. Und das gilt für alle Gedanken, die man hat und die sich dann eben in Worte manifestieren. Und deswegen, was ist das für ein Unterschied, ob du sagst zum Beispiel, ich weiß es nicht oder ich weiß es noch nicht.

Was macht es für einen Unterschied, ob du sagst, ich muss aufstehen oder ich will aufstehen. Ich habe das Wort muss fast zu 100% verbannt aus meiner Sprache. Noch nicht zu 100%, aber ich arbeite dran, denn immer wieder erinnere ich mich selbst daran, dass ich gar nichts muss, außer irgendwann mal sterben und bitte nicht heute und nicht morgen.

Den Rest, den will ich. Den will ich vielleicht deswegen, weil ich nicht ins Gefängnis kommen will oder weil ich nicht die Steuerfahndung bei mir im Haus haben will. Aber letztlich will ich es.

Ich muss es nicht, ich will es. Und das ist ein Riesenunterschied und auch für dich und beim Lernen ist es ein Riesenunterschied, ob du ab jetzt nicht mehr formulierst mit Botschaften, die dich in eine Schublade stecken, sondern dass du maximal sagst, wie gesagt, bisher habe ich noch nie mehr als fünf Punkte geschrieben. Okay, Faktum.

Nächster Schritt, lass uns daran arbeiten, dass du ab jetzt mehr als fünf Punkte erzielst. Kein Problem. Viel leichter zu bewerkstelligen.

Der Fokus ist ganz ein anderer, als wenn du sagst, ich kann keine gute Klausur schreiben. Denn was impliziert das? Ich bin irgendwo defekt.

Ich bin irgendwo unzulänglich. Nein, bist du nicht. Und selbst wenn du an der einen oder anderen Stelle Sand im Getriebe hast, hast du lediglich Sand im Getriebe und das heißt, wie kriege ich diesen Sand eben dann raus?

Und das ist ein riesiger, riesiger Unterschied und ich empfehle euch wirklich aufzupassen, was ihr sagt, vor allen Dingen, genau genommen, was ihr denkt, denn das ist die Vorstufe, aber erfahrungsgemäß ist es anfangs nicht so leicht, bereit zu kontrollieren, was man sozusagen im stillen Kämmerlein denkt. Später geht das. Bei mir ist das oft so, dass ich mich oft ertappe und dass ich mir sage, Kameradin, so wollen wir jetzt gar nicht denken über die Geschichte, sondern wir denken anders darüber.

Und noch einmal, ich meine damit nicht, dass man die Augen verschließt, auch vor Dingen, die nicht gut laufen. Aber wie gesagt, nicht, ich kann halt nicht eine gute Klausur schreiben, sondern bisher habe ich Klausuren mit den Punktzahlen x bis y geschrieben. Und ähnlich auch, um rauszukommen aus Stimmungen, auch da, nicht, oh Gott, ich bin gerade verzweifelt, sondern maximal, nicht maximal, sondern ich habe verzweifelte Gedanken.

Und dadurch implizit in dem Moment beim ersten Mal, wo du sagst, ich habe verzweifelte Gedanken, wird natürlich jetzt nicht direkt irgendwas passieren. Aber auf längere Sicht ist das viel einfacher für dich rauszukommen, denn in dem Moment, wo du sagst, ich habe gerade verzweifelte Gedanken, implizierst du auch, dass es denkbar ist, auch andere Gedanken zu haben und sie auszutauschen. Also, noch einmal, achtet wirklich erst auf eure Worte, obwohl die Gedanken zuerst kommen, aber in erster Phase auf eure Worte.

Und warum nicht irgendwie eine Challenge sich machen, wirklich, dass man sich sagt, ab jetzt sage ich nicht mehr, ich muss, sondern ich will. Ich kann euch sagen, es funktioniert. Du kommst dir lange Zeit bescheuert vor, aber es funktioniert.

Und es ist ein Riesenunterschied. Und da wir es kennen, dass wir oft auch Dinge machen, die im Moment nicht angenehm sind, weil wir aber das wollen. Selbst Schmerz.

Teilweise, wenn man, was weiß ich, sich die Augenbrauen zupft, in dem Moment tut es weh. Und trotzdem sagst du dir, ich will das, weil ich das Ergebnis, was dahinter steht, will. Oder wenn man sich massieren lässt.

Ich kann euch sagen, ich hatte eine Zeit lang einmal die Woche Thai-Massage. Manchmal habe ich so gejault, dass ich spaßeshalber gesagt habe, ich würde das Doppelte bezahlen, wenn sie jetzt bitte aufhören würde. Aber ich wollte es.

Und ich bin nicht mehr so Histin, ich wollte es, weil ich wusste, danach geht es mir gut. Und das heißt, dass ich tatsächlich durch diese Änderung der Formulierung und der Gedanken dahinter habe ich mich nicht mehr als Opfer gefühlt, sondern selbstbestimmt, ich mache Dinge, die ich will. Und manchmal will ich sogar Dinge, die eben in dem Moment sich nicht angenehm fühlen, aber hallo, das ist bisher noch nie das Hauptproblem gewesen, denn oft genug, wie gesagt, wenn du in den Urlaub fahren willst, dann stehst du auch um 4 Uhr morgens auf und kein Problem.

Was heißt kein Problem? Vielleicht denkst du in dem Moment so, ich kann nicht, ich mag nicht. Du stehst aber auf, weil du es willst.

Das bedeutet, dass du auch an Tagen, wo du aufstehst, etwas, was du nicht als so angenehm empfindest, wie den Urlaub, dass du deine Gedanken durchaus ein bisschen verändern kannst, dass du dir sagst, ich stehe jetzt auf, weil ich zur Arbeit gehen will. Und ich will zur Arbeit gehen, weil ich Geld verdienen will. Optimalerweise, weil mich sogar die Arbeit als solche erfüllt.

Wie auch immer, wie gesagt, es beginnt alles bei den Gedanken, die dann gefolgt werden von den Worten. Die Worte prägen dich insofern, dass die Wahrscheinlichkeit, dass du entsprechend handelst, größer ist. Und das Handeln ist das, was unseren weiteren Gang formen wird.

Und das ist gleichzeitig die gute Nachricht, dass ich mit guten und positiven Gedanken auch meine Worte und im Anschluss meine Taten und letztlich mein ganzes Schicksal auch in eine Richtung anschubsen kann, die ich gerne habe. In diesem Sinne, achtet auf eure Gedanken, denn sie werden eure Worte, achtet auf eure Worte, denn sie werden eure Taten, achtet auf eure Taten, denn sie werden euer Charakter, achtet auf euren Charakter, denn er wird euer Schicksal. Bis nächste Woche!

Dr. iur. habil. Panajota Lakkis

Ehemalige Universitätsprofessorin & Prüferin. Ergo weiß ich genau, was du brauchst in deinem Jurastudium. In meinen Kursen lernst du, Jura zu verstehen. Im Podcast (Standorte im Player) und auch auf YouTube kannst du nach Lust und Laune stöbern. Du kannst auch mehr über mich erfahren. Oder ab und zu eine Mail mit juristischen und jurafreien Goodies erhalten.

Mein aktuelles Motto: Was wäre, wenn?

Meine Überzeugung: Jura macht ab dem Moment Freude macht, in dem du die Zusammenhänge verstehst.

Vielleicht kann ich dir helfen, (wieder) Freude an Jura zu finden?