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Hilfe erbitten in der mündlichen Prüfung

Jun 7, 2024Prüfungshandwerk

Es ist zwar ein bisschen tricky, aber manchmal: Hilfe von den Prüfer*innen in der mündlichen Prüfung erbitten.

Transkript

Bitte beachte, dass dieses Transkript maschinell erstellt wurde.

Jura Meistern, der Podcast, Episode 186.

Einen wunderschönen guten Morgen. Zweiter Anlauf, weil vorhin fünf Minuten gefühlt mindestens Kirchengeläut war. Ich glaube um 11 Uhr ist das die Erinnerung an das Morgengebet.

Ich bin mir nicht sicher, was auch immer es war, es hat mir dazwischen gepfuscht. Ich habe nämlich die Fenster auf, es ist gutes Wetter. Wie auch immer, zweiter Anlauf. Okay, letzte Woche habe ich gesprochen darüber, wie du einen Sachverhalt geschickt liest, um zu erkennen, in welche Richtung es wohl gewünscht wird, dass du etwas löst und beantwortest.

Das gleiche möchte ich jetzt machen für mündliche Prüfung. Zuallererst hör genau hin, was du gefragt wirst und antworte nur das. Das ist nicht das Thema meiner heutigen Folge, aber aus leidiger Erfahrung sage ich dir, das ist manchmal ein Problem und das solltest du nicht tun, nämlich an der Frage vorbei zu antworten oder obwohl du schmal gefragt wirst, breit zu antworten und zu schwadronieren. Darüber habe ich schon früher gesprochen, das will ich jetzt hier nicht wiederholen.

Okay, also hör genau zu, antworte auf das, was du gefragt wirst, aber was ist, wenn du keine Ahnung hast? Es gibt in zwei Richtungen keine Ahnung, die eine davon ist mein Hauptthema heute. Die erste Richtung ist, dass du nicht die Lösung kennst. Es wird dir geschildert, jemand ruft einen Handwerker.

Es wird vereinbart, dass keine Rechnung gebraucht wird und dann wird gepfuscht. Und was hat denn der Besteller für Forderungen? Und dann, wenn du die Problematik Schwarzarbeit nicht voll drauf hast, dann gehst du so vor, wie ich es immer predigte, predige nach dem, worum es geht. Zuletzt habe ich es aufgegriffen in der Episode.

Was machst du denn, wenn du jetzt doch mal panisch wirst? Dann beginnst du die Kreise zu ziehen. Und dann sagst du hier die Essenzialia Negozi eines Werkvertrages. Du denkst laut, du präsentierst deine Gedankengänge, dass du sagst, die Essenzialia Negozi eines Werkvertrages haben wir hier ganz offensichtlich.

Wir haben einen offensichtlichen Mangel. Es kann also nur problematisch sein, inwiefern diese Vereinbarung ohne Rechnung beeinflusst hat die Sache. Das kann nur auf der Ebene der Wirksamkeit des Werkvertrages relevant werden. Eine Formgeschichte ist das ja nicht.

Es ist eine inhaltliche Vereinbarung, die störend sein könnte. Das heißt, das kann nach Adam Riese entweder über Sittenwidrigkeit laufen oder über ein Verbotsgesetz. Und ich muss gestehen, ich habe nicht auf dem Schirm genau, welches Verbotsgesetz es sein könnte. Aber es kann eigentlich nur ein spezielles Schwarzarbeitsgesetz sein oder es könnten Steuergesetze sein.

Fun Fact, es gibt beides. Und dann hast du schon im Prinzip die Antwort gegeben. Und so kreist du dann entlang. Hier will ich eher daran gehen, dass du erkennst, in welcher Richtung wohl der Hase laufen sollte.

Und wenn du dir da nicht ganz sicher bist, dass du eben entsprechend dir in dieser Hinsicht dann helfen lässt. Du hast hier den riesigen Vorteil, dass du die PrüferIn vor dir hast. Das heißt, du kannst da nach Klarstellung fragen. Allerdings ist das auch unter Umständen ein bisschen, kann es ein bisschen heikel werden, wie man es macht.

Das Problem ist, dass in dem Moment, wo man jemandem, einem Prüfer oder einer Prüferin sagt, ich sage es mal, wie man das am liebsten sagen würde, ehrlich gesagt verstehe ich nicht, worauf sie hinaus wollen. Da schwingt doch mit eine gewisse Kritik an der Prüfungsführung. Und das kommt nicht oft gut an. Und das ist auch ein bisschen verständlich.

Andererseits ist es auch nicht etwas, was gut ankommt, wenn du da nur einen dümmlichen Eindruck gibst. Sodass auch ein Prüfer oder eine Prüferin, die dir gern helfen wollte, das nicht mehr tun kann, weil du dich nicht traust zu signalisieren, dass du eben tatsächlich nicht verstehst, worauf das jetzt gerade hinausläuft. Und PrüferInnen sind auch Menschen und manchmal denken sie, sie hätten klar gefragt, haben es aber doch nicht gemacht. Das kann auf beiden Seiten ein Problem sein.

Prüfung ist Kommunikation. Kommunikation erfolgt durch Erklärungen. Und was aus dem einen Mund rauskommt, ist nicht zwingend das, was auch beim anderen dann ankommt. Und deswegen ist es unerlässlich oft, dass man eine gewisse Klarstellung jetzt herbeiführt.

Und sehr oft und erfahrene PrüferInnen werden das selber merken und werden dann selber klarstellen, was sie gerade fragen. Oder kontrollierend in dem Sinne nachfragen, ist die Frage klar? Sodass man dann die Möglichkeit hat, eben das zu zeigen. Du kannst und solltest dich aber nicht darauf verlassen, sondern die Frage ist, wie kannst du das selber tun?

Auf eine möglichst konstruktive Art. Und schlecht ist eben dieses, und ich spreche aus eigener Erfahrung, ich habe es mal in einer Prüfung gemacht, wörtlich. Ich verstehe nicht, worauf sie hinaus wollen. Ich habe eine sehr pumpige Antwort gekriegt vom Prüfer.

Ich habe es trotzdem retten können, aber das war keine schöne Situation. Tu das nicht. Und wenn ich ganz ehrlich sein will, ich weiß nicht, wie es bei mir als Prüferin ankäme. Ich habe die Situation noch nie gehabt.

Aber ich würde nicht ausschließen, wenn ich einen schlechten Tag habe, dass das mich auch ein bisschen gegen den Strich bürstet. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall, wenn man sich mental vorbereitet hat auf solche Situationen, dann kann man ja auch andere Formulierungen schon sich im Vorfeld zurechtlegen. Du hast jetzt den riesigen Vorteil, dass du anhand dieses Podcasts und auch sonst Sachen in deinem Kopf durchgehst und dir Strategien zurechtlegst, wie du denn reagieren willst, wenn es dann später kommt.

Das hatte ich nicht. Ich war früher noch nicht von selbst darauf gekommen, wie klug es ist. Ich meine damit nicht den Teufel an die Wand malen und sich da reinsteigern. Was ist, wenn ich die Frage nicht verstehe?

Sondern umgekehrt, konstruktiv. Sollte der Fall eintreten, dass ich die Frage nicht verstehe, was könnte ich denn da für eine Formulierung mir zurechtlegen? Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich sehr geschickt und diplomatisch formuliere in dieser Stresssituation, die ist relativ gering. Okay, das ist das Wesentliche, worauf ich dich habe.

Das ist das Wesentliche, worauf ich dich jetzt tatsächlich bringen möchte in dieser Episode. Geh das in deinem Kopf durch. Lass uns aber zusammen auch überlegen, einige Formulierungen, die gut wären. Verworfen haben wir das.

Ich verstehe nicht, worauf Sie hinauswollen. Lass uns das ein bisschen angenehmer und ein bisschen bescheidener formulieren. Wie macht man das? Bescheiden heißt aber nicht devot.

Das heißt nur, dass man den anderen nicht reizt. Wie könnte man das machen? Man könnte z.B. sagen, ich fürchte, ich stehe gerade ein bisschen auf dem Schlauch.

Können Sie mir unter Umständen die Frage umformulieren oder können Sie mir da weiterhelfen? Ich fürchte, ich habe gerade einen Kurzschluss im Hirn. Könnten Sie eventuell mir da nochmal die Frage umformulieren? Das ist etwas, das finde ich sehr gut.

Es lässt überhaupt nicht mitschwingen, du fragst jetzt nicht gut und deswegen verstehe ich dich nicht. Sondern es zeigt, ich stehe auf dem Schlauch. Ich habe gerade unter Umständen einen Kurzschluss. Könnten Sie mir helfen in diese Richtung?

Das ist, denke ich, etwas, wer da überhaupt nicht unterstützen will, der ist schon so schwierig, dem kannst du eh nicht helfen. Es gibt nicht viele solche Menschen. Und damit auch nicht sehr viele solche PrüferInnen. Die meisten wollen ja auch gar nicht, dass die Prüfung zäh ist.

Es gibt nichts Schlimmeres, wenn du prüfst und du siehst sozusagen in Augen rein, die dich nur leer angucken und du weißt jetzt nicht, was ist denn jetzt Sache, was versteht er oder sie nicht, was ist denn, da kommt überhaupt nichts rüber. Das ist nicht angenehm. In dem Moment, wo mir jemand sagt, ich fürchte oder umgekehrt, ich fürchte, ich stehe auf dem Schlauch oder ich fürchte, ich bin gerade rausgekommen. Könnten Sie mir kurz, könnten Sie kurz die Frage wiederholen?

Schwierig wird es natürlich, wenn man die Frage genau weiß. Dann sollte man nicht sagen, die Frage wiederholen, sondern könnten Sie unter Umständen die Frage halt ein bisschen anders stellen. Ein bisschen anders stellen, irgendwie scheine ich damit nicht einen Zugang zu finden. Das hat mir nicht so ganz gefallen.

Also besser ist erst mal, können Sie die Frage wiederholen, je mehr ich drüber nachdenke. Denn wer klug ist als Prüfer, der wird die Frage auch nicht wortgleich wiederholen, sondern die ein bisschen ausschmücken oder was auch immer. Oder einfach, ich fürchte, ich stehe gerade ein bisschen auf dem Schlauch. Könnten Sie mir da weiterhelfen?

Vielleicht sagt ein Prüfer dann, ich bin hier nicht da, um dir zu helfen. Andererseits soll man es auch nicht zu sehr toddenken davor. Also lass uns jetzt dann mal Dinge zusammen glauben. Also der Einstieg, ich stehe gerade ein bisschen auf dem Schlauch oder aber ich bin gerade rausgekommen.

Die sind als Einstieg nicht schlecht. Oder ich habe gerade einen Kurzschluss im Hirn gehabt. Wäre es möglich, dass Sie mir die Frage noch einmal stellen? Nicht, dass Sie die Frage wiederholen, sondern dass Sie mir die Frage noch einmal stellen.

Das ist gar nicht so schlecht. Was ist, wenn die dann gleich kommt und ich weiß immer noch nicht? Ja, schwierig. Die meisten PrüferInnen werden dann sowieso nicht auf einem rumhacken, sondern werden dann die Frage weitergeben und dann zurückkommen zu einem.

Ich habe es in den Prüfungen, wo ich selber drin gesessen habe, noch nie erlebt, dass jemand dann den anderen gequält hat und darauf rumgeritten und weiter und weiter, sodass es in der Regel reichen wird, wenn du einmalig nur dieses sagst mit dem Ich bin gerade kurz rausgekommen. Oder aber ich stehe gerade ein bisschen auf dem Schlauch. Könnten Sie unter Umständen die Frage noch einmal stellen? Oder ich verstehe, ich bin mir nicht sicher, ob Sie meinen, wenn man eine Ahnung hat, ich bin mir nicht sicher, habe ich das richtig verstanden, dass Sie über den Vertragsschluss gerne sprechen wollen?

Oder dass ich über den Vertragsschluss umgekehrt sprechen sollte? Wenn du Anhaltspunkte hast, dann ist das gar nicht schlecht, da so spezifisch halt. Das eine ist dieses Ich stehe auf dem Schlauch, wenn du wirklich total auf dem Schlauch stehst. Das andere ist, habe ich das richtig verstanden?

Oder ich bin mir unsicher. Wollten Sie denn, dass ich den Vertragsschluss thematisiere? Du verstehst aber die Richtung, in die es geht. Also was du festhalten kannst von dieser Episode ist, gleichzeitig signalisiere, dass du ein Problem hast, tue es aber eine Art, die nicht konfrontativ rüberkommen könnte.

Und wie das genau sein wird, das muss auch ein bisschen zu dir als Persönlichkeit passen. Aber gewisse Einstiegsfloskeln, die dir gefallen, es ist trotzdem nicht verkehrt, sich da, bevor du reingehst, dir zu sagen, okay, wenn ich gar nicht weiter will, weiter kann dann. Und dann bringst du die Floskel, die für dich am schönsten, halt diesen Satz, der für dich am schönsten halt klingt. Ob es ist Ich stehe auf dem Schlauch oder Ich bin gerade rausgekommen oder wie auch immer das für dich passt.

Aber gib der Sache eine Chance. Guck da nicht nur panisch vor dich hin und rede dich unter Umständen um Kopf und Kragen. Wenn du der Ansicht bist, du bist null sicher, in welche Richtung das geht, dann lass dir das klarstellen von den PrüferInnen. Und zwar auf eine geschickte Art.

Und wie die funktioniert, das muss zu dir passen. Ich habe ganz bewusst, ich habe kurz überlegt, soll ich das rausschneiden, wo ich gesagt habe, vielleicht doch nicht so gut. Und dann habe ich gedacht, nein. Ähnlich wie ich das oft in der Vorlesung mache, habe ich es hier gemacht auch.

Da ist es oft so, wenn ich etwas gefragt werde. Früher hätte ich gesagt, ich bin überfragt. Ich gucke nach und sage Bescheid. Heute sage ich, ich bin auf Anhieb überfragt.

Lass uns aber zusammen nachdenken. Und dann beginne ich laut zu denken. Und auch dann, wenn ich sage, nee, das ist Quatsch. Weil haben trotzdem die Studierenden etwas gelernt.

Nämlich wie man an sowas rangeht. Und wie es weder verwerflich noch bedrohlich ist, auch Dinge einfach zu verwerfen. Und das kannst du auch in der mündlichen Prüfung machen. Du musst das nur geschickt machen.

Da sagst du dann, ich überlege gerade, ob der Vertrag überhaupt zustande gekommen ist. Und wenn du danach sagst, na klar ist er zustande gekommen. Nee, das ist es nicht. Ist das was anderes, als wenn du anfangen würdest, als ohne dieses, ich überlege gerade, ob.

Also, lass dich leiten von der Aufgabenstellung, von den PrüferInnen. Und jetzt, ich glaube, 4 Folgen habe ich im Pulk gedreht, wo die eine die andere aufgenommen, wo die eine die andere ergeben hat. Und jetzt merke ich, eine zündende Idee, jetzt für die nächste, habe ich nicht. Das ist auch gut so.

Ich mache Pause. Danke fürs Zuhören. Und bis zum nächsten Mal. Und bis zum nächsten Mal.

Relevante Folgen

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Dr. iur. habil. Panajota Lakkis

Ehemalige Universitätsprofessorin & Prüferin. Ergo weiß ich genau, was du brauchst in deinem Jurastudium. In meinen Kursen lernst du, Jura zu verstehen. Im Podcast (Standorte im Player) und auch auf YouTube kannst du nach Lust und Laune stöbern. Du kannst auch mehr über mich erfahren. Oder ab und zu eine Mail mit juristischen und jurafreien Goodies erhalten.

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