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Die Basis für einen produktiven Lerntag: Deine Lernumgebung

von Mai 30, 2018Lernen & Vorbereiten

Deine Lernumgebung ist wichtig

In dieser Episode geht es um die Basis für dein Lernen: die Lernumgebung. Ich spreche folgende Punkte an:

– Wie du einen guten Lernplatz wählst

– Was auf dem Tisch stehen bleibt und was du besser aus dem Blickfeld räumst

– Stichwort Musik beim Lernen: Hier gibt es unterschiedliche Ansätze, aber auch einige „Regeln“

– Wie du den Lernplatz optimal hältst, während du dich gleichzeitig auf den Lerntag einstimmst

Und dann verrate ich noch einen kleinen Trick, der dir helfen kann, den Zustand entspannter und fokussierter Konzentration fast auf Knopfdruck auch an anderen Orten zu reproduzieren.


Transkript

Bitte beachte, dass dieses Transkript maschinell erstellt wurde.

Einen wunderschönen guten Morgen heute wieder aus Würzburg. Heute geht es um das Setup für einen produktiven Lerntag. Es geht um die Lernumgebung und um die Vorbereitung.

Ich erkläre dir, was du tun kannst und eigentlich sogar solltest, um einen guten Lerntag vor dir zu haben. Hallo und herzlich willkommen bei Juraexamen Stressfrei. Im Podcast wird ihr Anregungen geben, du ahnst es, wie du stressfrei durchs Examen gehen kannst.

Ich bin Panajota Lakkis, ehemalige Professorin und Prüferin, Autorin, Examenscoach und Hinterfragerin aus Leidenschaft. Packen wir es an! Beginnen wir mit der Lernumgebung, der Frage also, wo du lernen solltest.

Optimal ist ein ruhiger Ort, an dem du dich wohlfühlst. Das kann auch in der Natur sein, das ist sogar gar nicht so verkehrt. Gerade in unseren Breitengraden kann die Natur natürlich nicht der Hauptlernort sein, deswegen werde ich erstmal auf einen Lernort indoors eingehen.

Ziemlich wichtig ist, dass dieser Ort ablenkungsfrei ist und das beinhaltet als allererstes Ablenkungen von irgendwelchen Mitteilungen. Optimalerweise, wenn du lernst, sitzt du an einem Platz, wo der Computer gar nicht vorhanden ist. Warum das?

Weil die Assoziation, die wir mit Computer haben, eine ist, die für das Lernen nicht förderlich ist. Während das Lernen Fokussierung erfordert, fördert der Computer die Distraktion eher, das Attention Grabbing. Du siehst, es macht pink, dass eine E-Mail gekommen ist oder du schaust, ob eine gekommen ist.

Was auch immer, die Mitteilungen sind am katastrophalsten, aber selbst wenn der Rechner aus ist, ist es besser, wenn man nicht dort lernt, wo er steht und wo man ihn im Visier hat. Und zwar warum? Weil, wie gesagt, die Assoziation, die Aura des Computers eine andere ist.

Die ist von Konsumieren und das, was du brauchst, wenn du lernst, ist, dass du selbst fokussierst und nicht davon abhängig bist, was dir das Internet, das E-Mail-Programm oder was auch immer vorgibt. Das gilt auch für Tablets und Smartphones, die du vermutlich dabei haben wirst, insbesondere das Smartphone, aber die du besser nicht in deinem Blickfeld haben solltest. Einzige Ausnahme, wenn du den Timer vom Smartphone nutzt, für die Pomodoro-Technik.

Auch hier wäre besser, wenn du zu Hause arbeitest, dass du dir einen Timer nur für das Lernen kaufst. Das hat auch den positiven Effekt der Konditionierung, dass du weißt, dieser Timer, diese Gadgets, dieser Ort bedeuten fokussiertes Lernen und dann fällt es auch einfacher tatsächlich in dieses Mindset rein zu geraten und wirklich fokussiert zu lernen. Unterablenkungen zählen auch zu viele Dinge auf dem Schreibtisch, wenn man denn am Schreibtisch lernt oder am Tisch, wo man lernt und das ist wirklich nicht zu unterschätzen.

Also es lohnt sich wirklich, den fast leer zu halten. Eins war, Dinge drauf zu haben, die eine positive Konnotation haben. Das kann ein Foto sein, das kann eine hübsche Pflanze sein, das kann ein Maskottchen sein, das ist egal.

Irgendetwas, was für dich Wohlfühlfaktor hat. Ich habe mich lange dagegen gesperrt, das tatsächlich so zu akzeptieren. Ich habe immer gesagt, wenn man denn fokussieren will, dann fokussiert man.

Natürlich kann man das auch trainieren und natürlich kann man auch mitten im Chaos fokussiert arbeiten. Es ist aber schwieriger und an den Tagen, die nicht so gut laufen, kann es sogar unmöglich werden. Es lohnt sich also wirklich, eine Clean-Desk-Policy zu haben und wenn man viel Kram hatte zum Erledigen, Schreibkram oder sowas, kann man das ja durchaus zum Beispiel in einem Schubladenelement aufbewahren, das man nicht ständig vor Augen hat.

Das gilt auch für Bücher, die man gerade nicht verwendet. Wenn du zum Beispiel gerade Ölrechte liest oder übst, dann ist es nicht sinnvoll, dass du das Skript zum Bereicherungsrecht im Blickfeld hast, das dann auch irgendwie bewusst oder unbewusst sein oder unterbewusst so um deine Aufmerksamkeit buhlt und eventuell noch Stressgedanken innerlich aufkommen nach dem Motto, ach Gottchen, das mit der Dreiecksbeziehung, das kapiere ich ja immer noch nicht im Bereicherungsrecht. Lernplatz also clean halten.

Du hast drauf nur das, was du jetzt machen willst und die anderen Dinge, auch wenn du heute noch ein anderes Fach lernen willst, die hältst du außerhalb deines Blickfeldes und ein paar angenehme Dinge drauf zu haben, das ist sogar ganz sinnvoll. Also ganz leer im Sinne von trostlos wäre auch nicht schön, außer ganz leer gefällt dir und du fühlst dich wohl dabei. Also das ist ja auch sehr unterschiedlich.

Ich meine, guck dir mal die Wohnungen oder Zimmer an, in denen sich hier Leute wohlfühlen. Der eine kommt in ein Zen-Zimmer rein und denkt sich, wie furchtbar und der andere denkt sich, ach wie toll und ähnlich ist es auch für deinen Lernplatz. Trotzdem gelten gewisse Dinge universell und dazu gilt auch, dass der Schreibtisch nicht vollgestopft sein sollte.

Nächster Punkt ist die Ablenkung akustischer Art. Hier kenne ich einige, die so weit gehen, Ohrstöpsel zu tragen und zwar richtig die maßgeschneiderten. Ich selbst halte davon nichts.

Ich selbst kriege davon Kopfschmerzen, einen Drohenschädel richtig, weil der Druckausgleich nicht richtig funktioniert. Aber das muss man selbst ausprobieren. Auf jeden Fall ist nicht förderlich, Radio zu hören oder normale Musik und zwar auch dann nicht, wenn du meinst, das würde dir nichts ausmachen.

Warum? Weil im Zweifel eher die Gewohnheit und Konditionierung aus dir spricht, wenn du das so meinst und der Konzentration ist es aber tatsächlich abträglich. Es gibt tatsächlich allerdings Musik auch, die dir helfen kann.

Das kann entweder ganz ganz leise klassische Musik sein, die muss aber unaufgeregt sein, das heißt eher langsamere Töne oder auch es gibt spezifische Musik zum Lernen, zum Beispiel auf Spotify gibt es solche Playlists, die genannt sind Deep Learning oder Musik zum Lernen oder was auch immer. Bloß nutze die bitte nicht, wenn du einen kostenlosen Account hast, wo immer wieder dann Werbung zwischengeschaltet wird. Das ist nichts Schlimmeres, als wenn du dann aus der Konzentration rausgerissen wirst.

Dann ist jeder positive Effekt, den die Musik zwischendrin haben könnte, wie weggeblasen. Von einigen werden auch gern genommen CD’s oder runtergeladene Musik mit Naturgeräuschen, das Rascheln von Blättern, das Plätschern von Wasser. Auch damit kannst du experimentieren.

Bei mir selbst ist es so, dass es darauf ankommt, was ich machen soll. Wenn ich richtig richtig etwas verstehen muss oder will, ein vertragtes Problem, ich verstehe es nicht und ich versuche es zu durchdringen, dann ist für mich absolute Stille am allerbesten. Wenn ich eher Dinge repetiere oder auch sonstige Dinge anschaue, geistig arbeite, die nicht hundertprozentige Horsepower im Hirn brauchen, dann finde ich manchmal Musik ganz förderlich.

Und geradezu rettet sie meinen Arbeitstag, manchmal wenn ich wirklich unmotiviert bin und wenn ich Hummeln im Popo habe und nicht still sitzen kann. Und das trotz Pomodoro und das ich sage maximal 25 Minuten. In diesen Fällen hilft mir oft die Musik, diese körperliche Nervosität zu beruhigen, so dass ich dann stiller fokussieren kann.

Ich denke auch, dass da eine gewisse Abwechslung gut ist, aber da musst du experimentieren halt, was für dich gut ist. Aber nimm auf jeden Fall darauf Rücksicht, dass alles was konkret eine Aufmerksamkeit fesselt, das heißt gesprochenes Wort, Nachrichten im Radio, Werbung, Gespräche von Nachbarn, solltest du auf dem Balkon arbeiten. Alles das ist wirklich Gift für die Konzentration und damit fürs Lernen und das solltest du schauen auszugrenzen.

Sehr gut hat sich übrigens auch bewährt am Lernplatz mit Düften zu arbeiten und insbesondere mit solchen, die die Konzentration fördern. Das sind überwiegend die Citrusdüfte. Da ist das gar nicht so verkehrt, sich eine Duftlampe auf den Lerntisch zu setzen und da ein reines ätherisches Öl zu besorgen und mit diesem Geruch dann zu assoziieren Lernen und Fokus.

Und das hat auch den Vorteil, also wir wissen wirklich, wissenschaftlich ist es erwiesen, dass die Prägung von Düften die stärkste ist, die es gibt. Das zeigt sich auch daran, wenn man auf einmal sich an Kindheitsgerüche erinnert, an irgendeinen Geruch, den man assoziiert mit der geliebten Oma, was weiß ich, dem duftenden Apfelkuchen und so weiter und so fort und auch umgekehrt mit unangenehmen Dingen. Und diese Konditionierung kann man nutzen, wenn man diese fördernden Essenzen beim Lernen meistens um sich herum hat.

Wichtig ist, dass man sie nur beim Lernen um sich herum hat. Deswegen funktioniert Parfum nicht. Also erstens riechst du Parfum irgendwann nicht mehr an dir selbst und zweitens hast du das den ganzen Tag an dir.

Und hier geht es um die Signalwirkung, dass man sagt, jetzt ist die Zeit für Fokus, jetzt ist die Zeit für Lernen. Und das kannst du dann so machen, dass du dann später, wenn du in einer Situation bist, wo du Wissen abrufen musst, sprich in der Prüfung, dann kannst du dir von diesem Öl ein bisschen auf die Innenseite von deinem Handgelenk träufeln. Und insbesondere wenn du nervös bist, um dich wieder in diese Stimmung, dieser Fokussierungsstimmung reinzubringen, riechst du dann kurz daran und es funktioniert tatsächlich.

Auch hier gilt experimentiere. Also alles, was ich dir sage, sind Dinge natürlich, die schon Hand und Fuß haben und erwiesen sind. Aber trotzdem ist jeder Lernende und jeder Lernende ein Individuum.

Und wenn es bei dir anders, besser oder genauso gut klappt, dann mach es halt so. Aber denk mal darüber nach und probiere es eventuell auch mal aus. Ich fasse mal zusammen die Punkte, die ich heute durchgegangen bin.

Es geht um den Lernort, um die Lernumgebung und hier ist es gut, wenn du einen Hauptlernort hast, der ruhig ist und an dem du dich wohl fühlst. Der sollte frei sein von Ablenkungen und zwar idealerweise soll darauf kein Rechner stehen, schon gar nicht einer, der angeschaltet ist. Und auch dein iPhone oder dein Tablet solltest du außerhalb deines Blickfeldes behalten.

Ebenfalls ist es förderlich, wenn dieser Schreibtisch aufgeräumt ist und das gilt auch, wenn du in der Bibliothek arbeitest, in dieser Hinsicht, dass du deine Tüte mit den restlichen Sachen oder auch mit deiner Pausenverpflegung, was auch immer, nicht auf dem Tisch hast, sondern unter dem Tisch oder neben dem Tisch, so dass du sie nicht siehst. Auch akustische Ablenkungen sind zu verhindern und zu vermeiden. Ausnahme ist spezifische Musik, Deep-Focus-Musik oder auch Naturgeräusche.

Damit musst du auch experimentieren. Auf jeden Fall keine normale Musik, die du irgendwie verfolgst, also kein Radio sowieso und auch keine Popmusik, Rockmusik, was immer du hörst. Und dann könntest du auch Düfte einsetzen am Arbeitsplatz.

Das gibt auch eine positive Konditionierung. Übrigens ist das gar nicht so verkehrt, dieses Setting, ich hole ein bisschen anders aus. Woran scheitert so was in der Regel?

Du hast gelernt, dann hast du Dinge ausgebreitet, deine Notizen, deine Bücher oder was weiß ich und auch wenn du zehnmal gelesen oder gehört hast, dass eine Clean-Desk-Policy am Ende des Tages eine gute Sache ist, kannst du dich oft nicht dazu aufraffen. Zumindest mir geht es so. Das ist aber gar kein Problem, das können wir sogar umgekehrt nutzbar machen.

In welcher Hinsicht? Bevor du anfängst zu lernen, ist es immer sinnvoll dich darauf 20 bis 30 Minuten einzustimmen. Wie du das machst, kann unterschiedlich sein.

Es kann sein, dass die einen kommen zur Ruhe, indem sie meditieren oder fokussieren oder man geht spazieren, wobei sich das mit dem Meditieren durchaus kombinieren lässt. Andere machen Sport, auch das ist sinnvoll, aber es kann auch eine gute Einleitung sein, einfach seinen Schreibtisch fertig zu machen. Also bevor man anfängt, mit angenehmer Musik, schon mit Musik, die einen nicht aufregt, nicht aufputscht.

Der Zweck der Übung ist runterzukommen, sich darauf vorzubereiten, dass man entspannt und im guten Mindset ans Lernen geht. Und das kann auch ein fast schon wie rituelles Aufräumen des Schreibtisches sein. Es hat auch noch einen anderen Vorteil, wenn du Dinge mit deinen Händen machst, dann zwangsweise werden beide Gehirnhälften benutzt und miteinander vernetzt.

Und das hat es dann von Vorteil, weil das die beste Voraussetzung ist, wenn die schon beide sozusagen aktiviert sind, dass du das danach beim Lernen auch weiter tatsächlich so machst. Und deswegen ist es gar nicht so verkehrt, morgens bevor du anfängst, deine Lernumgebung gerade so zu gestalten, wie wir es geschildert haben. Und dann hast du dann wie ein Ritual und dann bist du irgendwann, dann guckst du drauf, dann guckst du zufrieden drauf und saugst noch einmal auf diese angenehme Umgebung, die du geschafft hast.

Und vielleicht ist für dich auch die rituelle Handlung, um wirklich anzufangen, tatsächlich die Duftkerze anzuzünden oder was auch immer es für dich ist. Für mich ist es oft tatsächlich, du wirst lachen, zwei, drei Liegestütze zu machen. Jeder Jäger ist anders und finde etwas, was für dich gut ist.

Aber ein solches Ritual für den Anfang ist gar nicht so verkehrt und es setzt die Basis und die Grundlage für einen guten Lerntag. Und noch einmal zur Klarstellung beziehungsweise zur Verminderung von Stress. Das ist hier eine optimale und gute Situation.

Wenn du mal tatsächlich einen Tag hast, wo aus irgendeinem Grunde dein Schreibtisch doch aussieht wie, wie heißt es noch mal, wie bei Hempels unterm Sofa, das wird jetzt auch nicht die Katastrophe sein. Das solltest du dann auch nicht zum Anlass nehmen, nicht zu lernen. Da gibt es zwei Möglichkeiten.

Entweder du sagst ja, okay, ich bin eben resilient, ich bin in der Lage, auch mal zu lernen unter suboptimalen Bedingungen. Das ist das eine. Oder aber du sagst ja, okay, weißt du was, heute nehme ich die drei Bücher, die ich verwenden will und mein Notizheft und gehe irgendwo in den Garten, auf eine Gartenbank oder in den Park oder auf den Balkon oder wo auch immer hin.

Und dann, irgendwann dann, das solltest du allerdings nicht zu lange machen mit den fünf, mit den fünf Grade sein lassen. Irgendwann hast du dann wieder die Kraft und die Lust und dann räumst du wieder auf und dann merkst du, aha, es macht doch mehr Spaß, wenn man dabei bleibt. Aber trotzdem, wir sind alle Menschen, das ist gut so, das macht uns auch irgendwie liebenswert.

Ich kenne einige wenige, die alles zu 100 Prozent im Griff haben. Ganz ehrlich, mir machen sie eher ein bisschen Angst. Und das, das wollen wir nicht.

In diesem Sinne wünsche ich dir noch einen wunderschönen Tag und wir hören uns wieder nächste Woche. Tschüss! Ich bin Panajota und ich hoffe, ich habe dir heute eine Anregung gegeben, wie du deine Examensvorbereitung ein kleines Stückchen stressfreier machen kannst.

Denk daran, es liegt in deiner Hand. Also pack’s an, wir hören uns in der nächsten Episode.

Dr. iur. habil. Panajota Lakkis

Ehemalige Universitätsprofessorin & Prüferin. Ergo weiß ich genau, was du brauchst in deinem Jurastudium. In meinen Kursen lernst du, Jura zu verstehen. Im Podcast (Standorte im Player) und auch auf YouTube kannst du nach Lust und Laune stöbern. Du kannst auch mehr über mich erfahren. Oder ab und zu eine Mail mit juristischen und jurafreien Goodies erhalten.

Mein aktuelles Motto: Was wäre, wenn?

Meine Überzeugung: Jura macht ab dem Moment Freude, in dem du die Zusammenhänge verstehst.

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